Gefördert durch

Bundesministerium fuer Famile, Senioren, Frauen und Jugend

Bundesministerium fuer Ernaehrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz


Partner der GOW 2013

get online week 2013 - 18-24 march 2013 - empowering a digital europe

Gemeinsam durchs Netz

Fachtagung im Rahmen der europäischen Geh' online Woche

Erstmalig hat die Arbeitsgemeinschaft Internet erfahren im Rahmen der europaweiten Kampagne Get online Week die Fachtagung Gemeinsam durchs Netz - Geh' online Woche durchgeführt. Die Kampagne Get online Week, von der EU-Kommissarin Neelie Kroes ins Leben gerufen, hat zum Ziel, die digitale Spaltung in Europa zu überwinden. Rund 140 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Bereichen der Wirtschaft, Verbände, Zivilgesellschaft und Politik folgten der Einladung zur Fachtagung am 21. März in die Hauptstadtrepräsentanz der Telekom in Berlin. Diskutierte Themen waren Möglichkeiten der Wissensvermittlung, der sichere und verantwortungsbewusste Umgang mit dem Internet sowie Aspekte neuer Technologien und Anwendungen in der mobilen Internetnutzung und Fragen zum Daten- und Verbraucherschutz.

Grußworte

Dieter Hackler, Leiter der Abteilung Ältere Menschen, Wohlfahrtspflege, Engagementpolitik im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie Dr. Christian Grugel, Leiter der Abteilung Verbraucherpolitik im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz betonten in ihrer Begrüßung ausdrücklich die Notwendigkeit weiterer kontinuierlicher Bemühungen, älteren Menschen das Internet nahe zu bringen. Herr Hackler wies auf die Möglichkeiten und Chancen hin, die das Internet einer immer älter werdenden Gesellschaft bietet. Herr Dr. Grugel betonte, dass die Bemühungen um die Vermittlung von Medienkompetenz für die Verbraucher unabdingbar sind.

Podiumsdiskussion

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verbänden zum Thema: Gemeinsam durchs Netz - Chancen für mündige Verbraucherinnen und Verbraucher. Aydan Özoguz - Integrationsbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion und Mitglied der Enquete-Kommission "Internet und digitale Gesellschaft" wies darauf hin, dass Ängste vor Gefahren im Internet bei der älteren Generation stark verankert sind und Chancen häufig nicht gesehen werden. Das Internet-Patenschaftsmodell ist hierfür eine erfolgversprechende Möglichkeit, Ängste abzubauen und Wissen zu vermitteln.

Florian Preßmar von der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) bestätigte diese Annahme. Einer Studie des Projekts Silversurfer - Sicher online im Alter, sind Peer-To-Peer-Ansätze bei Älteren besonders erfolgreich. Dr. Johannes Jürgen Meister stellte als Vertreter des Deutschen Vereins der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf fest, dass sich Touchscreens dank der hochentwickelten Technologie gut als Eingabegeräte für Blinde und Sehbehinderte eignen. Vor allem Apple Geräte mit Voice-Over und SIRI seien dabei zukunftsweisend. Deniz Takiran von der E-Plus Gruppe stellte Tablet-PCs ebenfalls als besonders benutzerfreundlich vor und damit für Computer- und Internet-Neulinge als gut geeignet. Das Projekt Smart Senior der Telekom Innovation Laboratories wurde von Michael Balasch vorgestellt, in dem Assistenzsysteme für Seniorinnen und Senioren entwickelt und erprobt werden, die einen Mehrwert für Ältere bieten und sie damit für die Internetnutzung gewonnen werden können.

Workshops

Nach einer kurzen Pause verteilten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf drei parallel stattfindende Workshops, die nach der Mittagspause wiederholt wurden. Im ersten Workshop wurden die Möglichkeiten des Digitalen Lernens erörtert. Dr. Michael Cordes, Wissenschaftlicher Leiter im Team Weiterbildung bei Stiftung Warentest, erläuterte die Verbreitung und Nutzungsaspekte aus Verbrauchersicht, während die Geschäftsführerin der BAGSO Service GMBH, Dr. Barbara Keck in ihrem Vortrag auf erfolgreiche Ansätze und Perspektiven für die Verbraucherin und den Verbraucher einging.

Im zweiten Workshop, der sich thematisch um die Möglichkeiten und Chancen der Nutzung von mobilen Endgräten drehte, stellten Jutta Croll und Milo Mundt von der Stiftung Digitale Chancen ihre Erfahrungen aus einem Projekt vor, bei dem Tablet-PCs an Seniorinnen und Senioren verteilt wurden. Im Workshop drei wurde das Thema Cloud-Computing - Vorteile und Beispiele für Privatanwender und für die Verbandsarbeit behandelt. Günther Diederich vom Institut für Informationsmanagement Bremen, wie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die technischen und datenschutzrechtlichen Grundlagen des Cloud-Computing ein. Anschließend zeigte Martin Rutha vom Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. an drei praktischen Beispielen, wie die Technologie zum kollaborativen Arbeiten im Verband genutzt werden kann.

Abschlussplenum

Zum Abschluss der Tagung wurde von den Erfahrungen und Bemühungen um die Schließung des digitalen Grabens im europäischen Kontext berichtet. Eline Leen, Diplom Psychologin am Institut für Lern-Innovationen der Universität Erlangen-Nürnberg, legte die Erkenntnisse aus mehreren seit 2004 durchgeführten Projekten in dem Bereichen der Seniorenbildung und Nutzung neuer Medien, sowie des intergenerationellen Lernens dar. Das Institut kann dabei auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen, engagiert es sich bereits seit 1986 in dem Bereich der angewandten Forschung mit dem Thema Lebenslanges Lernen und neue Technologien.

Christoph Kaletka von der Technischen Universität Dortmund berichtete aus dem europäischen Projekt Trans e-facilitator, das sich zum Ziel gesetzt hat den Transfer eines innovativen Curriculums e-Facilitators (E-Moderatoren) für soziale Inklusion nach Deutschland, Lettland und Portugal zu gewährleisten. Mit Telezentren versucht das Projekt eine Antwort auf die steigende Nachfrage zur Schließung der digitalen Kluft zu finden. In ihnen werden digitale Kompetenzen, insbesondere für benachteiligte Zielgruppen (z. B. MigrantInnen, Ältere, Arbeitslose) gefördert. Abschließend gab Alastair Clark über die Aktivitäten in Großbritannien zur digitalen Integration einen Überblick.

Bericht: kompetenzzentrum.de


Programm und Dokumentation der Fachtagung